St. Albertus Magnus Ottobrunn

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Die Taufe
 

Mit der Geburt eines Kindes beginnt eine Lebensgeschichte, die mit einer großen Hoffnung verbunden ist. In diesem neuen Anfang liegt die Zukunft und die Welt hat die Chance sich zu verändern. In der Taufe sagt Gott sein "JA" zu einem Menschen. Er nimmt ihn an der Hand und bietet ihm an, seinen Weg zu begleiten.


Sieger Köder, In Gottes Händen
Wenn Sie Ihr Kind zur Taufe anmelden wollen, melden Sie sich bitte im Pfarrbüro, um einen Tauftermin zu vereinbaren. Zum Taufgespräch benötigen wir die Geburtsurkunde Ihres Kindes und das Stammbuch.


Das Sakrament der Taufe wird in unserer Kirche St. Albertus Magnus jeweils am Sonntag im Anschluss an den um 10.00 Uhr stattfindenden Pfarrgottesdienst gespendet.

Warum Taufe der Kinder?

Vor nicht allzu langer Zeit war es für gläubige Väter und Mütter eine Selbstverständlichkeit, ihre Kinder im frühesten Alter zur Taufe zu bringen. Heute stellen nicht wenige die Frage: Dürfen wir in einer so wichtigen Sache gleichsam über den Kopf der Kinder hinweg entscheiden? Muss nicht der Empfang des Taufsakramentes ganz in den Freiraum persönlicher Glaubensentscheidung gestellt werden? Ist es darum nicht richtiger, die Kinder durch häusliche Unterweisung und durch den Religionsunterricht zwar mit der christlichen Botschaft bekannt zu machen, sie aber erst dann zur Taufe zu führen, wenn sie es selber wünschen?

Manche Väter und Mütter meinen, ihr Kind hätte sich nun selber entschieden, wenn es im Laufe der Schulzeit, etwa am Ende des Grundschulalters, Interesse an der Taufe zeigt. Diese Ansicht geht am Wesen des kindlichen Glaubens vorbei. Kindlicher Glaube ist immer ein Anteilhaben am Glauben jener Menschen, die dem Kind die Jesusbotschaft vermitteln, also ein Mit-Glauben mit Vater, Mutter, Geschwistern, Freunden und Seelsorgern. Es ist darum kein selbstständiges, sondern nur ein vorläufiges Glauben, das erst nach der Zeit der Reifung in eine "Christusentscheidung auf Lebenszeit" übergehen kann, ein Vorgang, in dem göttliche Gnade und menschliche Freiheit zusammenwirken.

Die Berechtigung und Notwendigkeit der Kindertaufe kann also nicht von der Beantwortung der Frage "Wie frei kann sich ein Kind entscheiden" her beurteilt werden. Die Notwendigkeit, Kinder im frühesten Alter zu taufen, ergibt sich vielmehr aus dem, was die Taufe selber ist.

Ein Kind zur Taufe bringen heißt: Ihm das Geschenk besonderer göttlicher Zuwendung vermitteln in der Weise, dass es aufgenommen wird in die Lebensgemeinschaft der Familie Christi, dass es zu einem kleinen Bruder, zu einer kleinen Schwester des Herrn werden darf. Das ist ein Geschehen, das auch im natürlichen Bereich der Willensentscheidung des Menschen entzogen ist; denn keiner kann sich die blutsverwandten Eltern oder Geschwister aussuchen. Es soll auch nicht unerwähnt bleiben, dass Eltern für ihr Kind vieles vorentscheiden müssen, was für das spätere Leben des Kindes von Bedeutung ist, z.B. auf welche Art von Ernährung es eingestellt wird, welcher Arzt im Krankheitsfalle zugezogen wird, welche Schule das Kind besuchen soll und vieles andere mehr.

Die Berechtigung zu solchen Vorentscheidungen liegt darin, dass ja nicht zugewartet werden kann, bis die Einsicht dazu gereift ist, und dass doch die Eltern von der Absicht geleitet sind, nach bestem Wissen und Gewissen zum Wohle des Kindes zu handeln.

Jede Hinwendung eines getauften Kindes zu Jesus, dem Freund der Kinder, mag sie noch so vorläufig und begrenzt sein, gibt Anteil an SEINEN Erlösungskräften, deren der Mensch bereits im Kindesalter bedarf, um wirksam der angeborenen Selbstsucht widerstehen zu können. Durch die Taufe hineingeboren in die Gemeinschaft mit Christus erlebt dann das Kind im Empfang der Sakramente der Buße und der heiligen Kommunion erste Höhepunkte seiner Christusfreundschaft.

Das ist ein Vorgang, der sich in dem biblischen Bild vom "Weinstock und den Rebzweigen" gut verstehen lässt. Im Weinstock "Christus" finden die "Rebzweige" Halt, Nahrung und Wachstum.

Wenn wir das bedenken, wäre es eigentlich unverständlich, einem Kind die Taufe vorzuenthalten; denn die kindliche Christuserfahrung reicht als hohe Werterfahrung ins Erwachsenenleben hinüber und wird zum Antrieb, die Lebensgemeinschaft mit Christus in freier Entscheidung fortzusetzen.

Wenn nun Eltern sich aus echtem Verantwortungsbewusstsein den Anforderungen nicht gewachsen fühlen, welche die religiöse Erziehung des getauften Kindes an sie stellt, was spricht dann für die Taufe des Kindes? Ein Kind wird auch dann nicht in ein religiöses Vakuum hineingetauft, wenn in einer Pfarrgemeinde gläubige Menschen für die Taufe gut stehen wollen und den Eltern ihre Hilfe anbieten. Dabei kommt dem Taufpaten eine besondere Aufgabe zu, er soll ein Glaubensfreund des Kindes werden. Auch im Kindergarten, im Religionsunterricht der Schule, in den außerschulischen Kommunion- und Firmgruppen und bei den Kindergottesdiensten ist reichlich Gelegenheit, dem Kind religiöse Impulse zu vermitteln.

Und ist in diesem Zusammenhang die Taufe der Kinder nicht insgesamt für die Eltern eine Chance, die Welt des christlichen Glaubens in neuer, vertiefter Sicht kennen zu lernen?

Manche Eltern sehen die Kindertaufe vielleicht nur deshalb problematisch an, weil sie Vorbehalte gegenüber der äußeren Erscheinungsform der Kirche haben. Welcher Art diese Vorbehalte auch sein mögen, sie sollten nicht zum Hindernis werden, das Kind dem zuzuführen, der seinem Leben höchste Sinnerfüllung geben will.

Anmerkung:
Der vorliegende Text wurde auszugsweise dem Heft "Taufe" entnommen, herausgegeben vom Erzbischöflichen Seelsorgereferat München, Rochusstraße 5-7, 80333 München.


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Last updated 11.01.10