St. Albertus Magnus Ottobrunn

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Ökumene  -  Einheit in versöhnter Verschiedenheit

Protestanten und Katholiken auf dem Weg zueinander

Während des Pontifikats von Papst Johannes Paul II. sind erhebliche Fortschritte in der Ökumene erzielt worden. Trotzdem stößt man innerhalb unserer Kirchen hin- und wieder auf Äußerungen, die "missverständlich" sind, selbstherrlich und lieblos klingen und damit nicht nur viele Christen irritieren. Je öfter wir aber über unseren Zaun schauen, umso bewusster wird uns, dass wir die Wahrheit nicht gepachtet haben (können). Wir haben kein Monopol auf den LIEBEN GOTT.
Das partnerschaftliche Verhältnis, das die drei kath. Ottobrunner Pfarreien zur ev. Michaelskirche in den letzten Jahren entwickelt haben, hilft dem gegenseitigen Kennenlernen. So ist es bereits zur Tradition geworden, dass bestimmte Veranstaltungen gemeinsam geplant und durchgeführt werden: Ökumenisches Friedensgebet, Weltgebetstag der Frauen, ökumenischer Gottesdienst auf der Maderwiese, ökumenische Exerzitien im Alltag. Außerdem besteht seit 1998 ein ökumenischer Arbeitskreis der Pfarrgemeinderäte/Kirchenvorstände aller vier Ottobrunner Gemeinden.

Die alljährlich stattfindende Gebetswoche für die Einheit der Christen war in unserer Pfarrei immer ein erfreuliches, mit Spannung erwartetes Ereignis, weil dann ein Pfarrer der evangelischen Michaelskirche predigte. Das stimmte zuversichtlich. Nun ist es ruhiger geworden.


Es geht schließlich um nicht weniger als um die Frage, welches Christentum wir für Morgen, d.h. für die nachfolgenden Generationen hinterlassen.
 

Kurienkardinal Walter Kasper am 25. Januar 2002:

"... Die ökumenische Bewegung ist zunächst und vor allem eine Bewegung der Bekehrung zum neuen Leben. Wir brauchen eine Läuterung der Erinnerung, eine neue Denkweise, ein neues Herz, eine wahre ökumenische Spiritualität. Ja, eine erneuerte ökumenische Spiritualität als Kernstück der Ökumene und als Schlüssel zu einem neuen interkonfessionellen Impuls, der es uns ermöglicht, aus der gegenwärtigen Verlegenheit herauszukommen und einen Sprung nach vorn zu tun. Dazu müssen wir stets aus den geistigen Quellen des Lebens schöpfen: Das Hören des Wortes Gottes, die Sakramente, das Gebet. Je mehr wir uns Christus und seinem Evangelium des neuen Lebens nähern, desto mehr nähern wir uns auch untereinander. Nur wenn wir uns erneuern, nur wenn wir neue Menschen werden, können wir wahrhafte Zeugen des neuen Lebens in einer neuen Kultur des Lebens sein. Nur wenn wir die Neuheit des Evangeliums leben, sind wir in der Lage, für die Hoffnung Zeugnis zu geben und die anderen zu ermutigen, uns auf dem langen und mühevollen, aber auch frohen Weg zur Einheit zu begleiten, damit die Welt glaubt und den Pfad zum Frieden und zur Brüderlichkeit findet." 
 

Übersicht:

  1. Was verstehen wir unter Ökumene?
     
  2. Welche Schritte gehen wir in der Ökumene?
    - Einander begegnen, kennen und verstehen lernen
    - Einander Anteil geben am Reichtum der eigenen konfessionellen Tradition
     
  3. Was haben wir bisher erreicht?
    - Ökumene auf der Ebene des gelebten Glaubens vor Ort
    - Ökumene auf der Ebene der Kirchenleitungen
    - Ökumene auf der Ebene der Theologie
     
  4. Gedanken prominenter kath. und ev. Kirchenvertreter
    - Kardinal Walter Kasper, Rom
    - Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann, Hannover
    - Landesbischof Dr. Johannes Friedrich, München
 

1. Was verstehen wir unter Ökumene?

Ökumene als Bemühung um die sichtbare Einheit der Kirchen gründet im Auftrag Jesu selbst: "Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast" (Joh 17,21).

Die unterschiedlichen Vorstellungen und Konzepte von Ökumene in den christlichen Kirchen hängen mit dem jeweiligen Kirchenverständnis bzw. mit den Vorstellungen von der Einheit der Kirchen zusammen. Nach katholischem Verständnis schließt die Einheit im Glauben die Einheit in den Sakramenten und im Amt ein.

Die Bemühungen um die Einheit im Glauben sind jedoch kein rein innerkirchlicher Selbstzweck, sondern sind ausgerichtet auf das glaubwürdige christliche Zeugnis vor der Welt. Im ökumenischen Geschehen geben wir uns nicht nur gegenseitig etwas, sondern wir geben auch den Nichtglaubenden das, was wir ihnen schuldig sind: das gemeinsame, ungespaltene und darum glaubwürdige Zeugnis von Jesus Christus.

Mit diesem Verständnis von Ökumene hat das Zweite Vatikanische Konzil eindeutige Akzente gesetzt und Aufgaben benannt, bei deren Umsetzung in der Vergangenheit freilich auch Verkürzungen und Einseitigkeiten deutlich geworden sind. Als Fehlformen der Ökumene haben sich zum Beispiel sowohl der Versuch erwiesen, alles abzuschleifen, was den Anderen stört, als auch die lnstrumentalisierung der Ökumene nur zur Schaffung kulanter Regelungen bei zwischenkirchlichen Schwierigkeiten und Konflikten.

In der ökumenischen Entwicklung ist vielmehr die Einsicht gewachsen: Die Suche nach der Einheit kann kein Reduktionsprozess, sondern muss vielmehr ein Mehrungsprozess sein.

In der Ökumene suchen wir die Einheit im Glauben, aber nicht indem wir uns gegenseitig den Glauben mindern, sondern indem wir uns im Glauben gegenseitig bereichern und bestärken. In der Ökumene haben wir uns gegenseitig etwas zu geben und nicht zu nehmen. Allerdings kann auch der Verzicht auf liebgewordene Sicherheiten zu einem Gewinn werden. Die ökumenische Bewegung ermöglicht es allen Kirchen, die reiche Vielfalt konfessioneller Traditionen (z.B. liturgische Zeichen, symbolische Handlungen, Gebete, Lieder) zu entdecken und einander daran Anteil zu geben.

Ökumene ist nach dem Ökumenismusdekret des Konzils ein vom Geist Gottes angeregter und getragener Prozess der Umkehr und Suche nach der durch Sünde und Versagen verlorenen Einheit. Dieser Prozesscharakter der Ökumene wird u.a. an folgenden Schritten deutlich, die nach dem Ökumenismusdekret auf dem Weg zur Einheit zu gehen sind.

2. Welche Schritte gehen wir in der Ökumene?

Einander begegnen, kennen und verstehen lernen

Gleichgültigkeit und Unkenntnis, Vorurteile und Misstrauen trennen die Christinnen und Christen verschiedener Konfessionen mindestens so stark wie tatsächliche Unterschiede des Glaubens und der kirchlichen Praxis. Deshalb ist die erste ökumenische Pflicht, die anderen Christinnen und Christen so kennen zu lernen, wie sie wirklich sind und wie sie selbst ihren Glauben, ihre Kirche und ihr Leben als Christinnen und Christen verstehen. Daher müssen Begegnungen am Anfang stehen. Das Ökumenismusdekret (Unitatis redintegratio 9) fordert uns dazu auf, sie "auf der Ebene der Gleichheit" geschehen zu lassen. Fruchtbare Begegnungen setzen Vertrauen voraus. Zu oft war gerade in den letzten Jahrzehnten zu beobachten, wie der Geist des Misstrauens das echte Zueinanderkommen verhindert hat. Vertrauen kann aufgebaut werden und wachsen durch die gegenseitige Vergewisserung, dass keiner dem anderen etwas nehmen will, sondern vielmehr den Glauben des Partners in seiner Fremdheit und Andersartigkeit respektiert. Echte Begegnungen verwandeln. Menschen lernen sich darin besser und tiefer verstehen.

Einander Anteil geben am Reichtum der eigenen konfessionellen Tradition

In seiner Ökumene-Enzyklika "Ut unum sint" geht Papst Johannes Paul II. noch einen Schritt weiter, indem er das gegenseitige Lernen und Helfen postuliert "Durch den offenen Dialog helfen sich die Gemeinschaften, sich gemeinsam im Lichte der apostolischen Überlieferung zu betrachten. Das veranlasst sie sich zu fragen, ob sie wirklich in angemessener Weise all das zum Ausdruck bringen, was der Heilige Geist durch die Apostel weitergegeben hat" (Nr. 16).

Der ökumenische Prozess ist also im Sinne des Papstes ausdrücklich als ein Mehrungsprozess wechselseitigen Gebens und Nehmens und nicht als ein Reduktionsprozess zu verstehen und zu vollziehen. Wenn der Papst in diesem Zusammenhang von "unerwarteten Entdeckungen" (Nr. 38) und von "gegenseitiger Bereicherung" (Nr. 87) spricht, dann geht es sicher nicht nur um die Mitteilung bestehender Erfahrungen, sondern um einen Prozess, in dem jeder gibt und annimmt. Damit ist deutlich, dass das Ziel der ökumenischen Bemühungen nicht Einheit im Sinne von Einheitlichkeit und Deckungsgleichheit ist, sondern Einheit in der Vielfalt, in der die kirchentrennenden Unterschiede im Glauben überwunden werden, aber die Vielfalt der verschiedenen konfessionellen Traditionen als legitimer Reichtum eingebracht wird. Wir wollen eine Einheit in "versöhnter Verschiedenheit".

Das Ökumenismusdekret nennt als weitere Schritte auf dem Weg zur Einheit die Gemeinschaft in Gebet und Gottesdienst sowie in Zeugnis und Dienst (s.u. Kap. III)

3. Was haben wir bisher erreicht?

Im gesamtkirchlichen Prozess der Ökumene unterscheiden wir im Wesentlichen drei Ebenen:

bulletdie Ebene des gelebten Glaubens vor Ort,
bulletdie Ebene der Kirchenleitungen und
bulletdie Ebene der Theologie.
 
Diese drei Ebenen bestehen nicht einfach nebeneinander, sondern sind wechselseitig aufeinander bezogen, auch wenn dieses Miteinander in der Praxis nicht immer leicht zu verwirklichen ist.

Darüber hinaus gibt es weitere ökumenische Handlungsfelder, die zwar zum diakonischen Auftrag der Gemeinde gehören, aber sich als Folge der gesellschaftlichen Ausdifferenzierung zu Eigenständigen Einrichtungen entwickelt haben: pastorale Arbeitsfelder in Kliniken, Gefängnissen, in der Militär- und Telefonseelsorge, dem schulischen Religionsunterricht, der Fort- und Weiterbildung etc.

In diesem Zusammenhang ist dankbar hinzuweisen auf die vielfältigen Beispiele gelungener ökumenischer Zusammenarbeit in kirchlichen Verbänden und Organisationen sowie in den geistlichen Gemeinschaften und Bewegungen. Hier wird oft auch schon durch Mitgliedschaften evangelischer Ehepartner und nichtkatholischer Mitglieder Ökumene ganz selbstverständlich gelebt. Deshalb tragen diese Gruppen auch eine besondere Verantwortung für das Zusammenleben und Verständnis untereinander.

Ökumene auf der Ebene des gelebten Glaubens vor Ort

Vielfach kommen die eigentlichen ökumenischen Impulse aus den Gemeinden und kirchlichen Gruppen vor Ort. Viele erfahren dort wie auch in Verbänden und geistlichen Gemeinschaften die bereits bestehende Verbundenheit in gottesdienstlichen Feiern, im sozialdiakonischen Handeln und im bekennenden Zeugnis als ökumenische Ermutigung. So gehören ökumenische Gottesdienste, die Weltgebetswoche für die Einheit der Christen, der Weltgebetstag der Frauen, der Ökumenische Kreuzweg der Jugend, ökumenische Gesprächskreise über der aufgeschlagenen Bibel und über Glaubensfragen sowie ökumenische Kontakte von Verbänden zum festen Bestandteil vieler Gemeinden. Darüber hinaus gibt es vielerorts eine intensive Zusammenarbeit in Zeugnis und Dienst (Sozialeinrichtungen, Ausländerarbeit, Betreuung von Asylbewerberinnen und -bewerbern, Eine-Welt-Gruppen etc.). Es gibt aber auch Schwierigkeiten in der Ökumene am Ort. So hängt z.B. das ökumenische Engagement in nicht geringem Maße davon ab, ob die hauptamtlich Tätigen "miteinander können". Hinzu kommt, dass das ökumenische Anliegen oftmals nur von einer kleinen Gruppe in der Gemeinde aktiv und dauerhaft mitgetragen wird, statt zur Herzensangelegenheit aller Christinnen und Christen am Ort zu werden. Es ist zudem nicht leicht, auf Gemeindeebene den Stellenwert der theologischen Dialoge zwischen den Kirchen und die Differenziertheit ihrer Ergebnisse in ihrer Bedeutung für die ökumenische Praxis verständlich zu machen. In dieser Situation kommt es entscheidend darauf an, die Begegnung von Christinnen und Christen, das miteinander Sprechen, das miteinander Handeln und das miteinander Beten zu pflegen.

Wir müssen feststellen, dass gerade junge Menschen die konfessionelle Trennung immer weniger als solche empfinden. Für viele von ihnen ist die Frage nach der Konfession deutlich hinter die grundsätzlichen Fragen nach dem christlichen Glauben in den Hintergrund getreten. Junge Menschen sind dabei ein deutlicher Seismograf für die weitere Entwicklung.

Der Schmerz der Trennung wird besonders in den konfessionsverschiedenen bzw.
-verbindenden Ehen spürbar. Sie können und sollten zu einer Keimzelle der ökumenischen Verbundenheit zwischen den Gemeinden werden. Der Förderung einer solchen Verbundenheit zwischen Christinnen und Christen dient auch die ökumenische Bildung auf der Gemeindeebene, damit deutlich wird, wie vielfältig die Möglichkeiten ökumenischer Begegnung und Zusammenarbeit bereits sind welche Hindernisse noch überwunden werden müssen, bis die Eucharistie- und Abendmahlsgemeinschaft möglich wird.

Ökumene auf der Ebene der Kirchenleitungen

Den Kirchenleitungen obliegt die wichtige und verantwortungsvolle Aufgabe einer verbindlichen Prüfung und Umsetzung der in den ökumenischen Gespräche erreichten Verständigung. Sie können durch die von ihnen gelebte Ökumene (offizielle Begegnungen, gemeinsame liturgische Feiern, öffentliche Gesten der Versöhnung, Anteilnahme an den Freuden und Nöten der anderen Kirchen) Gemeinden Mut machen auf dem Weg zu größerer sichtbarer Gemeinschaft. Papst Johannes Paul II. setzt diesbezüglich bedeutsame Zeichen in der Öffentlichkeit. Sein ökumenisches Engagement ist unbestritten. In seiner Enzyklika "Ut unum sint" sagt er: "Ich fordere daher meine Brüder im Bischofsamt auf, diesem Einsatz (für Einheit) jede nur erdenkliche Aufmerksamkeit zu schenken ... Das gehört zum bischöflichen Auftrag und ist eine Verpflichtung, die sich direkt aus der Treue zu Christus, dem Hirten der Kirche, ergibt" (Nr. 101).

Ökumene auf der Ebene der Theologie

Im theologischen Dialog ging es in einer ersten Phase um die Wiederentdeckung der trotz Spaltungen weiterhin gegebenen tief reichenden Gemeinsamkeiten Glauben und Leben der Christinnen und Christen. Diese vollzog sich als gegenseitiger Lernprozess. So wurde beispielsweise auf katholischer Seite die zentrale Bedeutung der Heiligen Schrift für alle Bereiche und Dimensionen christlichen Lebens wieder entdeckt, wie es umgekehrt auf evangelisch-lutherischer Seite zur stärkeren Berücksichtigung der sakramentalen Dimension des christlichen Glaubens kam, insbesondere hinsichtlich der Häufigkeit der Feier des Abendmahles. Von großer gesamtökumenischer Bedeutung ist zudem die gemeinsame Rückbesinnung auf das große Glaubensbekenntnis von 381. In diesem Taufbekenntnis kommt der gemeinsame Glaube an den dreieinen Gott als Grundlage alle ökumenischen Bemühungen zum Ausdruck. Auch in den Fragen, in denen seit der Reformationszeit kirchentrennende Lehrunterschiede entstanden sind, haben die geführten Dialoge zu weitreichenden Übereinstimmungen geführt. So wurde, um nur ein Beispiel aus jüngster Zeit zu nennen, als Frucht jahrzehntelanger Studien und Dialoge in dem zentralen Streitpunkt des 16. Jahrhunderts, der Lehre von der Rechtfertigung des Sünders allein aus Glauben, in der 1999 unterzeichneten "Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre" von der katholischen Kirche und den Mitgliedskirchen des Lutherischen Weltbundes offiziell festgestellt, dass eine Übereinstimmung in zentralen Wahrheiten dieser Lehre heute besteht und die damals ausgesprochenen gegenseitigen Lehrverurteilungen den heutigen Partner nicht mehr treffen. In der Tat stellt diese offizielle Feststellung einen Meilenstein auf dem Weg zur Einheit der getrennten Kirchen dar.

Zu vielen aktuellen gesellschaftspolitischen Fragen konnte auf dieser Grundlage gemeinsam gesprochen werden. Dies zeigen die gemeinsamen Stellungnahmen der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zu ethischen und gesellschaftlichen Fragen, die in den letzten Jahren entstanden sind und die über den kirchlichen Raum hinaus hohe Anerkennung gefunden haben. Besondere Beachtung hat in jüngster Zeit das gemeinsame Dokument "Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit. Wort des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Deutschen Bischofskonferenz zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in Deutschland" aus dem Jahr 1997 gefunden.

Alle Kirchen sind vom Evangelium her aufgefordert, sich den Zeichen der Zeit zu stellen (vgl. Pastoralkonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils "Gaudium et spes" 4). Wie können die Lebensgrundlagen für alle gesichert werden? Wie ist es möglich, Versöhnung und Frieden unter den Völkern zu erreichen? Warum gelingt es nicht, die Arbeit gerecht zu verteilen? Wer stillt den Hunger und Durst der Bedürftigen? In welcher Weise lassen sich die Verstrickungen lösen, die viele Menschen im Blick auf ihr Leben in Beziehungen empfinden?

Auf allen drei Ebenen - der Theologie, der Kirchenleitungen und insbesondere des gelebten Glaubens vor Ort - ist in den letzten Jahrzehnten eine neue ökumenische Situation entstanden: Christinnen und Christen verschiedener Kirchen sind von einem konkurrierenden Neben- oder gar Gegeneinander zu einem echten Miteinander gekommen.

Wir haben in der Beziehung zwischen den Kirchen in den letzten vierzig Jahren seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil ökumenisch mehr erreicht als in den vierhundert Jahren zuvor.


Das ist ein Grund zu großer Freude und Dankbarkeit. Zugleich wächst daraus die Verpflichtung zu einem dauerhaften ökumenischen Engagement.

 
 
Anmerkung: Die Texte unter Punkt 1 bis 3 sind dem ZdK-Papier "Berichte und Dokumente Nr. 116", Januar 2002,  entnommen.
 

4. Gedanken prominenter kath. und ev. Kirchenvertreter


 
30. 05. 2003   Konfessionelle Identität - Reichtum und Herausforderung
Vortrag am 30. Mai 2003 in Berlin, 1. Ökumenischer Kirchentag
Von Walter Kardinal Kasper, Rom
     
28. 04. 2003   Gegen eine Aldi-Kirche
Zeitgeist und Wahrheitsanspruch / Aus Süddeutsche Zeitung vom 28. April 2003
Von P. Wolfgang Ockenfels OP, Trier
 
     
15. 04. 2003   Mehr Leben wagen
Für eine geistliche Ökumene / Aus Süddeutsche Zeitung vom 15. April 2003
Von Walter Kardinal Kasper, Rom
 
     
19. 05. 2002   Gottesdienst am Pfingstsonntag
Predigt am 19. Mai 2002 in München - St. Matthäus
Von Landesbischof Dr. Johannes Friedrich, München
     
25. 01. 2002   Abschluss der Gebetswoche für die Einheit der Christen
Predigt am 25. Januar 2002 in Rom
Von Walter Kardinal Kasper, Rom
     
31. 10. 2001   Reformationstag 2001
Predigt am 31. Oktober 2001 in der Marktkirche, Hannover
Von Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann, Hannover
 
     
04. 12. 2000   "... Nicht Kirchen im eigentlichen Sinne"
Was die Kirchen aneinander vermissen - wie sie sich besser verstehen
Von Landesbischof Dr. Johannes Friedrich, München
Vortrag beim Jahresempfang der Evang.-Luth. Gesamtkirchengemeinde und des Dekanats Augsburg am 4. Dezember 2000 
     
12. 07. 2000   Heilige Katholische Kirche - Ökumenische Perspektiven -
Referat bei der Thomas-Morus-Gesellschaft Hannover e.V., Hannover, am 12. Juli 2000
Von Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann, Hannover
 
     

 
 
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Last updated 11.01.10