St. Albertus Magnus Ottobrunn

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Der Kreuzweg

Dritter Teil

XV. STATION

 

 
Auferstehungskreuz, Klaus Backmund, Bronze, in St. Albertus Magnus
Auferstehung

Jesus steht auf vom Tod. Die Fesseln des Todes können ihn nicht mehr festhalten. Er steht auf in das neue Leben Gottes. Der Auferstandene hat teil an der unendlichen Freiheit des göttlichen Lebens. Jetzt hat niemand mehr Macht über ihn, keiner kann ihn mehr verletzen, keiner mehr hinausdrängen aus der Gemeinschaft der Menschen. Der Stein, den die Wächter auf sein Grab gesetzt haben, ist weggewälzt. Er kann ihn nicht mehr abhalten, aufzustehen und den Jüngern zu begegnen.
Jesus steht aus dem Grabe auf, damit wir den Mut finden, aufzustehen aus unseren Gräbern, aus den Gräbern unserer Angst und Traurigkeit, unserer Resignation und unseres Selbstmitleids. Auferstehung heißt, aufstehen und das Leben wagen. Aufstehen mitten aus der eigenen Schwäche. Aufstehen aus dem Tod, aus der Erstarrung, aus der Kälte, aus der Verwesung.
 
Oft genug liegt ein Stein auf uns, der uns vom Leben abhält. Dort wo wir leben möchten, sind wir blockiert, da können wir nicht aus uns heraus, da sind wir zu, abgeschnitten von den andern, abgeschnitten vom Leben. An die Auferstehung glauben heißt, darauf vertrauen, dass es keinen Stein mehr gibt, der uns blockieren kann, dass jeder Stein, der uns am Leben hindert, weggewälzt werden kann. Gott selbst weckt auf. Er sendet seinen Engel, den Stein wegzuwälzen, das Grab zu öffnen.

"Manchmal feiern wir mitten im Tag ein Fest der Auferstehung", so singt ein modernes Lied. Auferstehung will hier und jetzt geschehen, mitten im Tag, mitten im Streit, mitten im Gespräch, mitten in der Begegnung, mitten in meiner Schwäche, in meiner Enttäuschung, in meiner Angst. Auferstehung heißt, dem Leben trauen, aufstehen trotz aller Angst, aufstehen in der Hoffnung, dass der Auferstandene mich an der Hand nimmt und mich ins Leben begleitet. Auferstehung heißt aber auch, aufzustehen gegen alles, was um mich herum Leben behindert, einen Aufstand wagen gegen den Tod, den Menschen um mich herum verbreiten, aufstehen für das Leben, aufstehen in das Leben, aufstehen in Gott hinein, in den Gott des Lebens.

 
 
Anmerkung: Meditationstexte nach P. Anselm Grün OSB, Münsterschwarzach
 
 
Im Pfarrbrief zur Fastenzeit 1987 schrieb Pfarrer Obermeier:

"Liebe Pfarrgemeinde!

Im vergangenen Jahr hat Klaus Backmund für unsere Kirche eine Darstellung des Kreuzweges Jesu geschaffen. Sie ist für uns eine große Bereicherung. Doch der Kreuzweg muss mehr sein als nur ein Schmuck unserer Kirche.
Er soll ein Zeichen der Hoffnung sein. Er sagt uns,

bullet dass wir den Weg unseres Lebens nicht ohne Jesus zu gehen brauchen, das wäre unerträglich,
bullet dass wir unseren Weg nicht wie Jesus gehen können, das wäre zu schwer,
bullet dass wir aber unseren Weg mit Jesus gehen dürfen, ihm selbst in unserem Kreuz begegnen, mit ihm in unserem Kreuz zusammenwachsen können.

Es ist tröstlich, dass auf diesem Weg jeder von uns auf vielfältige Weise vorkommt:
selber mit dem Kreuz beladen oder es mit anderen tragend, zusammengebrochen und wieder neu ermutigt aufstehend, verurteilend oder tröstend, gedankenlos mit schreiend oder hilflos ans Kreuz gefesselt.
Weil unser Weg auch der Weg Jesu war, wissen wir, dass wir auf dem richtigen Weg sind, wie immer er auch aussehen mag. Gottes Kraft und Güte kann jeden Weg gut hinausgehen lassen.
Es liegt nahe, dass heuer in der vor uns liegenden Fastenzeit dieser Weg Jesu in besonderer Weise im Mittelpunkt unserer Vorbereitung auf das Osterfest stehen wird. Ich möchte Sie einladen, immer wieder einmal die eine oder andere Tafel des Kreuzweges besinnlich, gläubig, betend anzuschauen ...

Ihr
Erwin Obermeier
Pfarrer"

 
 
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Last updated 11.01.10