St. Albertus Magnus Ottobrunn

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Die Erstkommunion
 

In der Erstkommunion dürfen die Kinder die einladende Gemeinschaft mit Gott erfahren. Gemeinschaft braucht Zeichen. So versammelt Jesus "seine Kinder" zu einem Festmahl. Er wählt die Zeichen des Lebens und der Freude dafür: Brot und Wein.

Die Schülerinnen und Schüler der 3. Klasse werden im Religionsunterricht und in Nachmittagsgruppen im Pfarrzentrum auf ihre Erstkommunion vorbereitet. Die Kinder werden schriftlich vom Pfarrbüro über die Schule zur Anmeldung eingeladen.

Nähere Auskünfte erhalten Sie im Pfarrbüro.
 


Die Erstkommunion im Jahre 2010 findet bei uns am 9. Mai um 10.30 Uhr statt.

Werner Persy, Blickrichtung, Aquarell / Tusche 1996

 


Bei der Hinführung der Kinder zum ersten Empfang der hl. Kommunion wirken Familie, Pfarrgemeinde und Schule zusammen und ergänzen sich gegenseitig. Eltern, Religionslehrer, Seelsorger und verantwortliche Männer und Frauen aus der Pfarrgemeinde helfen den Kindern, in die Feier der hl. Messe hinein zu wachsen und bereiten sie auf den ersten Empfang des Leibes und Blutes Christi vor. Wer sich etwas eingehender über das Thema Erstkommunion informieren möchte, vielleicht auch nur zur Erinnerung an "damals", findet hier sicher einiges Interessante.  

Übersicht:

 

Vielleicht erinnern Sie sich . . .

Der Tag der Erstkommunion - welche Erinnerung ist Ihnen geblieben? Es war sicher ein schöner Tag? Das weiße Kleid, der neue Anzug, die schöne Kommunionkerze. Sie freuten sich auf diesen Tag und waren auch ein wenig aufgeregt.

Am Erstkommuniontag standen Sie im Mittelpunkt der Familie und der ganzen Pfarrgemeinde. Unter Orgelspiel und festlichem Gesang sind Sie in die Kirche eingezogen. Die Kommunionkinder waren am Gottesdienst besonders beteiligt durch eigene Lieder und Gebete. Zum ersten Mal knieten Sie an der Kommunionbank und durften die hl. Kommunion empfangen. Durch die hl. Beichte hatten Sie sich darauf vorbereitet. Und vor der hl. Messe mussten Sie sogar nüchtern bleiben.

Auch später sind Sie zur hl. Messe gegangen und haben die hl. Kommunion empfangen. Bestimmt war es nicht immer so feierlich, vielleicht ist es Ihnen zur Gewohnheit geworden oder Sie haben ganz damit aufgehört, weil Sie nichts mehr damit anfangen konnten.

Seit damals hat sich in der Feier der hl. Messe manches verändert. Die Messe wird in der Muttersprache gefeiert. Das gemeinsame Hören, Beten und Singen hilft Ihnen zu einer vertieften Teilnahme. Priester und Gemeinde sind einander zugewandt. So erleben Sie schon vom Äußeren her, dass die hl. Messe eine Gemeinschaftsfeier ist, dass wir mit Christus und untereinander verbunden sind. Das Geheimnis des Glaubens - die Gegenwart Christi in Brot und Wein - ist gleich geblieben, die heutige Form der hl. Messe aber will Ihnen noch besser helfen, dieses Geheimnis gläubig mit zu feiern.

Das Vermächtnis Jesu Christi

Der "letzte Wille" eines Menschen bedeutet den Angehörigen und Freunden viel. Sie bemühen sich, ihn redlich und treu zu erfüllen.

Auch die elf Jünger Jesu haben im Abendmahlssaal ein Vermächtnis empfangen. Und die nach ihnen kamen, erfüllen dieses Testament in einzig dastehender Treue.

Der älteste Bericht über das Vermächtnis Jesu Christi ist uns vom Apostel Paulus überliefert und steht im 1. Brief an die Gemeinde von Korinth. Dieser wurde um das Jahr 54 geschrieben und lautet so: "Ich habe vom Herrn empfangen, was ich euch dann überliefert habe: Jesus, der Herr, nahm in der Nacht, in der er ausgeliefert wurde, Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und sagte:

Das ist mein Leib für euch. Tut dies zu meinem Gedächtnis! Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sprach: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut. Tut dies, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis!" (1 Kor 11, 23-25)

Was Jesus Christus mit diesem Vermächtnis wollte, rührt an ein Geheimnis, das sich in seiner letzten Tiefe dem menschlichen Begreifen entzieht. Es wäre nicht einmal ungewöhnlich, wenn wir an diesem Geheimnis ebenso Anstoß nehmen würden wie einst die Leute von Kafarnaum. Als Jesus damals davon sprach, riefen sie ganz empört: "Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben?" Und selbst ein Großteil seiner Jünger begehrte auf: "Was er sagt, ist unerträglich." Und sie verließen ihn. (Joh 6, 52 und 6, 60)

Wir nähern uns dem Abendmahlgeheimnis, wenn wir wie Petrus zu Jesus sprechen: "Du hast Worte des ewigen Lebens. Wir sind zum Glauben gekommen und haben erkannt: Du bist der Heilige Gottes." (Joh 6, 68-69) Dann können wir die Absicht Jesu erahnen, die seinem Vermächtnis zu Grunde liegt. Sie lässt sich in zwei seiner Worte zusammenfassen: "Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben." (Joh 10, 10) und "Wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich isst, durch mich leben." (Joh 6, 57)

Das Leben, das Jesus uns gibt, ist schon in seinem Namen "Retter", "Erlöser", ausgesagt: Er erlöst uns von Sünde und Schuld. Er hilft uns, Gott und den Nächsten mit allen Kräften zu lieben. Er befreit uns von unserer lchverkrampfung und Selbstsucht, damit wir nicht zu Unheilsbringern - vom Familienstreit bis hin zum Völkermord - werden. Er macht uns fähig, einer heillosen Welt Hoffnung zu geben, von der Paulus in bildhaften Worten sagt, dass sie bis zum heutigen Tag seufzt und in Geburtswehen liegt (vgl. Röm 8, 22). Er ruft uns zu einer ewigen glücklichen Gemeinschaft mit Gott.

Die Leben spendenden Kräfte Jesu Christi dringen im heiligen Mahl in uns ein. Dieses Geheimnis ist vergleichbar einer Blutübertragung, die Leben spendet und Leben rettet. Paulus sagt in seinem Brief an die Galater: "Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir." (Gal 2, 20) Das Vermächtnis Christi "das ist mein Leib, das ist mein Blut" ist so ein Geschenk, das jede irdische Kostbarkeit überragt.


Die Kirche feiert Eucharistie - Danksagung

"Tut dies zu meinem Gedächtnis!"
Alle großen Ereignisse im Leben werden mit einem Mahl begangen: Geburt, Hochzeit, Jubiläen und auch das Begräbnis eines Menschen. So wurde auch das größte Fest der Juden, das Pascha, mit einem Familienmahl gefeiert. Damals wie heute gedenken die Juden dabei der zentralen Heilstat Gottes, der Befreiung aus der Knechtschaft Ägyptens. Das Essen des Lammes, das Teilen ungesäuerten Brotes und das gemeinsame Trinken aus dem Segensbecher spielen bei diesem Mahl eine wichtige Rolle.

Als Jesus mit seinen Jüngern das letzte Pascha-Mahl feierte, knüpfte er an diese Zeichen an. Doch er gab ihnen einen neuen Sinn: Alles, was er war, sein Leben und sein Sterben, sein Leib und sein Blut, wollte er für die Menschen geben. Die Evangelisten und der Apostel Paulus überliefern uns den Auftrag Jesu: "Tut dies zu meinem Gedächtnis!" Immer wenn die Jünger sich in seinem Namen versammeln, um Gott zu loben, miteinander das Brot zu brechen und aus dem Kelch zu trinken, will er bei ihnen sein.

Die Jünger haben Jesu Auftrag erfüllt. Sie haben sich vor allem am ersten Tag der Woche in seinem Namen versammelt und dabei geheimnishaft erlebt, dass der Gekreuzigte und Auferstandene mitten unter ihnen gegenwärtig wird. Seitdem hat die Gemeinschaft der Kirche niemals aufgehört, sich Sonntag für Sonntag vom Herrn zusammenrufen zu lassen, um zu tun, was er ihr aufgetragen hat.

"Lasset uns danken, dem Herrn, unserm Gott."
Grundstimmung der Gedächtnisfeier des Todes und der Auferstehung des Herrn ist die Freude und die Dankbarkeit. Sie ist es so sehr, dass diese Feier von ihr den Namen bekommen hat: Eucharistie, d.h. Danksagung. Alle Gebete, Lieder, Worte, ja selbst das Schweigen in ihr sind geprägt von der Grundhaltung des Dankens. Mitte und Herzstück der Feier ist deshalb das große Lob- und Dankgebet, das eucharistische Hochgebet. In ihm preist die versammelte Gemeinschaft die Größe und die Herrlichkeit Gottes. Sie dankt Gott für die Gaben der Schöpfung, für seine Liebe und Treue zu den Menschen, und vor allem für seinen Sohn Jesus Christus.

Kruzifix im Pfarrzentrum von St. Albertus Magnus

"... für euch hingegeben."
Die Mitte der Gedächtnisfeier ist die Gegenwart Jesu Christi, der sich für uns am Kreuz hingegeben hat. Durch sein Lebensopfer am Kreuz hat er die Sünde, die Entfremdung der Menschen von Gott und untereinander als Leiden auf sich genommen. Durch seine Liebe und Hingabe hat er den Menschen den Weg zur Versöhnung mit Gott und untereinander aufgetan. In den Zeichen von Brot und Wein wird die Kreuzeshingabe Jesu gegenwärtig. Dieses Opfer - so betet die Kirche - ist Gott wohlgefällig, makellos und heilig. Zugleich bittet sie, dass wir uns in die Hingabe und Liebe Jesu hineinnehmen lassen.

"Zu einem Leibe vereint."
Die Grunderfahrung der Gedächtnisfeier des Todes und der Auferstehung des Herrn ist die der Gemeinschaft. Jesus Christus, der zusammenruft und gegenwärtig wird, stiftet Verbundenheit und Frieden. Das gemeinsame Beten, Singen und Schweigen, die gegenseitige Verzeihung, der Austausch des Friedensgrußes, die gemeinsame Kommunion bauen die versammelte Gemeinde auf als einen Leib in Christus.

"Geheimnis des Glaubens."
Alle Worte über die Gedächtnisfeier des Todes und der Auferstehung des Herrn sind bruchstückhaft, sind ein Sehen wie in einem Spiegel, ein Erahnen in Umrissen. Deshalb spricht die Kirche ehrfurchtsvoll von diesem Geheimnis. Die Eucharistiefeier ist ihre Mitte und ihre Quelle, aus der sie lebt.

Sieger Köder: Verklärung
 


Der Aufbau der hl. Messe

Die Feier der Gemeindemesse hat zwei Hauptteile - den Wortgottesdienst und die Eucharistiefeier -‚ die von der Eröffnung und der Entlassung eingerahmt werden. Jeder Teil will helfen, dass die Versammelten ihr Herz zu Gott erheben.

Eröffnung

"Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen." (Mt 18,20) Die Gemeinschaft hilft, die Gegenwart des Herrn zu erfahren. Es braucht Zeit und Aufmerksamkeit, um die Sinne zu öffnen und vor Gott hinzutreten. Dem dient die liturgische Eröffnung der Messe. Sie will in vielfältiger Weise die versammelte Gemeinschaft auf die Feier einstimmen und vorbereiten: im gemeinsamen Kreuzzeichen bezeugen die Versammelten ihre Taufe auf den dreifaltigen Gott. In der Besinnung bekennen sie, dass sie Anlass zur Umkehr haben. Im Kyrieruf und im Gloria preisen sie Gott, der ihnen seine Liebe schenkt. Das Tagesgebet schließt die Eröffnung ab.

Wortgottesdienst

"Lebendig ist das Wort Gottes." (Hebr 4,12) Der erste Hauptteil der hl. Messe ist der Wortgottesdienst. In den Lesungen spricht Gott zu seinem Volk. Jesus Christus ist in seinem Wort inmitten der Gläubigen gegenwärtig. Das Wort Gottes im Alten Testament führt uns zu Jesus Christus; er hat selbst daraus gelebt. Die Schriften der Apostel geben Zeugnis von Menschen, die die Botschaft von Jesus Christus hörten und danach lebten. Im Evangelium spricht Jesus Christus selbst zu uns, er wird gegenwärtig durch seine Worte und Taten. Wer Jesu Wort in sich einlässt, erfährt seine verwandelnde Kraft. Er fühlt sich gedrängt, darauf zu antworten. Die Antwort der ganzen Gemeinde kommt in den Gesängen nach den Lesungen, im Zeugnis dessen, der predigt, im gemeinsamen Bekenntnis des Glaubens und im Fürbittgebet zum Ausdruck.

Eucharistiefeier

"In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, Herr, heiliger Vater, allmächtiger, ewiger Gott, immer und überall zu danken." (Präfation)

Der zweite Hauptteil der hl. Messe ist die Eucharistiefeier. Eucharistie heißt Danksagung. Alle Gebete, Lieder und Gesten dieses Teiles sind geprägt von der Grundhaltung des Lobpreises und des Dankes: In der Gabenbereitung werden Brot und Wein, Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit, Anlass, Gott zu preisen. Denn Jesus Christus hat sie zu Zeichen seiner leibhaften Gegenwart erwählt. Im großen Dankgebet (Eucharistisches Hochgebet) preist die versammelte Gemeinschaft die Großtaten Gottes: Er ist der Schöpfer. Er hat seinen Sohn gesandt und für uns dahin gegeben - bis in den Tod am Kreuz. Er hat ihn von den Toten erweckt. Er hat den Heiligen Geist gesandt und durch ihn die Gemeinschaft der Gläubigen, die Kirche, begründet.

Diese Liebe Gottes hat ihre Mitte gefunden im Tun Jesu beim letzten Abendmahl, in dem er sich selbst als Brot des Lebens und als Kelch des Heiles dargeboten hat. Diese Liebe Gottes preist und bekräftigt die Gemeinde am Ende des Eucharistischen Hochgebetes durch ihr Amen.

In der hl. Kommunion findet die Eucharistiefeier ihre Vollendung: Die Versammelten empfangen - entsprechend bereitet und durch das Vaterunser und den Friedensgruß eingestimmt - den Leib (und das Blut) Christi. Sie erleben so dankbar die Gemeinschaft, die Gott stiftet.

Entlassung

"Geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern." (Mt 28, 19)

Die verwandelnde Kraft der Nähe und Liebe Gottes soll sich auswirken. Die Versammelten werden gesandt, Versöhnung und Liebe im Alltag zu leben. Dazu empfangen sie den Segen Gottes.


"Was habe ich davon?" - Ein Gemeindepfarrer erzählt

Unser Leben ist entscheidend geprägt von dem, was wir tun und von dem, was wir erfahren. Das gilt für Arbeit und Freizeit, für den Werktag und für den Sonntag. Es gilt in der Familie wie im Freundeskreis, im Miteinander wie in der Auseinandersetzung mit anderen. Es gilt für unser Menschsein und für unser Christsein. Nicht selten fragen wir uns dann: "Was bringt mir das?", "Was habe ich davon?" Aber können wir unser Tun und unsere Erfahrungen so kurzfristig abrechnen, wie es diese Fragen andeuten? Kann man im Leben alles von einem Augenblick zum anderen abrechnen? Das Leben ist kein Sammelband von Abrechnungen. Es ist ein Weg zu einem Ziel. Gott selber, unsere Lebensgemeinschaft mit ihm, ist dieses Ziel.

Wenn wir unseren Lebensweg als Christen zu gehen versuchen, werden wir auch Glaubenserfahrungen sammeln. Sie werden sich auf unser Leben auswirken, werden es prägen, aber nicht einfach von heute auf morgen. Im Laufe der Zeit werden uns diese Erfahrungen tragen, immer mehr tragen.

Ich kann nicht nach dem Ende eines mit gefeierten Gottesdienstes am Kirchenportal fragen: "Was habe ich jetzt davon?" Aber wenn die Mitfeier des Gottesdienstes zu einer festen Größe in meinem Leben geworden ist, dann werde ich erfahren, welche prägenden Kräfte von ihm ausgehen und in mein Leben einwirken.

Mir persönlich ist es immer wieder eine unverzichtbare Erfahrung, in der Eucharistiefeier der Gemeinde die Wahrheit des .Herrenwortes zu erleben: "Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen." (Mt 18, 20) Nach jahrzehntelanger Erfahrung muss ich sagen: "Hier ist die Quelle meines Optimismus." Das schlimme Fehlen dieser Erfahrung hat mir vor einiger Zeit ein Kind bestätigt:

"Immer wenn bei uns in der Kirche ein Fest ist, müssen wir wegfahren."

"Ich brauche das Wort Gottes, denn damit muss ich wieder eine ganze Woche leben", bekennt ein Mensch, für den ein Sonntag ohne Gottesdienst kein Sonntag ist. Nur das stetige Hinhören auf dieses Wort schenkt uns die Erfahrung, dass der Mensch auch von jedem Wort aus Gottes Mund lebt (vgl. Mt 4,4). Es ist nicht unser unabwendbares Schicksal, orientierungslos durch die Welt taumeln zu müssen. Es sind nicht wenige Menschen, die bezeugen, dass sie das Wort Gottes nötig haben, um zu sich selber zu finden. Über Gott zu sich kommen, das ist nicht ein Augenblick, sondern ein Weg.

"Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir." Die Feier der Eucharistie ist auch die Feier unserer eigenen Zukunft:

"Wer aber dieses Brot isst, wird leben in Ewigkeit." (Joh 6, 58) In einer von großer Zukunftsangst geprägten Zeit stellt uns die Mitfeier des Gottesdienstes auf ein Fundament der Hoffnung. In mir kann eine Gelassenheit aus dem Glauben wachsen, die mich mit Zuversicht leben lässt.

"Die Mitfeier des Gottesdienstes stimmt mich versöhnlich", sagte mir ein Mann, den ich fragte, warum er zum Gottesdienst komme. - "Der Friede sei allezeit mit euch", sagt der Priester. Das ist kein leeres Versprechen. Denn Jesus Christus hat Frieden gestiftet zwischen Gott und den Menschen. Sein Sterben am Kreuz hat uns mit Gott versöhnt.

Aus der Feier der Eucharistie wachsen uns entscheidende Kräfte zu. Aber in diese Feier müssen wir uns einbringen, sonst können wir diese Erfahrung nicht machen.


Hinführung der Kinder zur Erstkommunion

Jesus Christus ist der Freund der Kinder. Christliche Erziehung will helfen, diese Freundschaft anzunehmen und immer tiefer zu erfahren. Ein einzigartiges Zeichen dieser Freundschaft ist die Gemeinschaft mit Jesus Christus in der hl. Kommunion.

Bei der Hinführung der Kinder zum ersten Empfang der hl. Kommunion wirken Familie, Pfarrgemeinde und Schule zusammen und ergänzen sich gegenseitig. Eltern, Religionslehrer, Seelsorger und verantwortliche Männer und Frauen aus der Pfarrgemeinde helfen den Kindern, in die Feier der hl. Messe hinein zu wachsen und bereiten sie auf den ersten Empfang des Leibes und Blutes Christi vor.

Was können Sie als Eltern tun?

Ihr Verhalten, Ihre Art der Erziehung, Erlebnisse, die Sie Ihrem Kind vermitteln, schaffen eine Atmosphäre, in der christlicher Glaube entstehen und wachsen kann. Sie können daher Ihrem Kind helfen, wenn Sie die Zeit der Hinführung zur Erstkommunion selbst bewusst und intensiv miterleben. Freuen Sie sich über die religiöse Aufgeschlossenheit Ihres Kindes! Beten Sie für ihr Kind und beten Sie auch mit Ihrem Kind. Das Tischgebet, das Abend- und Morgengebet bieten sich dafür an.

Was für Sie selbst wichtig ist, hat auch für ihr Kind besondere Bedeutung. Ihr Kind spürt, ob auch für Sie Jesus Christus eine Rolle spielt. Lassen Sie sich daher von Ihrem Kind vom Religionsunterricht und der Erstkommunionvorbereitung in der Pfarrgemeinde erzählen! Vielleicht können Sie mit Ihrem Kind auch ein gutes religiöses Buch lesen. Zur Hinführung Ihres Kindes zur ersten hl. Kommunion gehört es, dass Sie ihm die Mitfeier des sonntäglichen Gottesdienstes ermöglichen. Das wird umso besser gelingen, wenn Sie ihr Kind zum Gottesdienst begleiten und selbst die hl. Messe mitfeiern. Auch Sie sind eingeladen - ganz besonders am Erstkommuniontag - zum Tisch des Herrn zu gehen, wenn Ihre persönliche Situation dafür kein Hindernis ist. Sehen Sie diese Einladung als Chance, Ihre Glaubens- und Lebenspraxis ehrlich zu überdenken, vielleicht auch zu verändern. Das Gespräch mit einem Seelsorger wird Ihnen dabei helfen.

Im Alltag gibt es viele Situationen, in denen Sie wichtige Grundhaltungen und Grunderfahrungen des Glaubens einüben können: z.B. danken für gemeinsam Erlebtes, einander zuhören, anderen Gutes tun, die häusliche Tischgemeinschaft pflegen und gastfreundlich sein.

Was ist Aufgabe der Pfarrgemeinde?

Auch die Pfarrgemeinde hat Verantwortung und die Aufgabe, die Kinder bei der Vorbereitung auf die Erstkommunion zu begleiten. In vielen Pfarrgemeinden werden die Kinder für eine gewisse Zeit in kleinen Gruppen zusammengefasst, die von Frauen und Männern aus der Pfarrgemeinde, oft auch von Eltern der Erstkommunionkinder geleitet werden. Die Gruppenleiter/-innen werden auf ihren Dienst vorbereitet und während ihrer Tätigkeit von den Seelsorgern begleitet. Vielleicht könnten auch Sie eine solche Aufgabe übernehmen?

In diesen Gruppen erfahren die Kinder christliche Gemeinschaft durch Gespräche, gemeinsames Tun, Singen und Beten. Auch Spiel und Feier kommen nicht zu kurz.

Die Verantwortung der Pfarrgemeinde für die Erstkommunionkinder zeigt sich auch darin, dass sie für sie betet, besonders bei den Fürbitten in der hl. Messe. In vielen Gemeinden werden die Kinder auch von Zeit zu Zeit zu kindgemäß gestalteten gottesdienstlichen Feiern eingeladen.

Ein Angebot der Pfarrgemeinde ist auch der Elternabend oder das Elternseminar. Sie erfahren dort, wie die Vorbereitung Ihrer Kinder in Ihrer Pfarrgemeinde gestaltet wird. Der Elternabend oder das Elternseminar soll auch für Ihren eigenen Glauben und für das religiöse Gespräch mit Ihrem Kind eine Hilfe sein.

Die Aufgabe des schulischen Religionsunterrichtes

Der Religionsunterricht trägt auf seine Weise dazu bei, dass die Kinder auch in der Schule auf die Erstkommunion vorbereitet werden. Die Religionslehrer vermitteln vor allem das nötige religiöse Wissen. Den Kindern werden die einzelnen Teile der hl. Messe erklärt. Sie lernen die tiefere Bedeutung der gottesdienstlichen Zeichen und Symbole kennen. Auch Gebete und Lieder werden eingeübt. Religionsbücher, Arbeitshefte und -blätter, Bilder und Filme sind dabei wichtige Hilfsmittel.

Ein gutes Zusammenwirken von Familie, Pfarrgemeinde und Religionsunterricht hilft, dass der Erstkommuniontag für das Kind ein tiefes Erlebnis wird und daraus Freude an der regelmäßigen Mitfeier des Gottesdienstes und am Mitleben in der Pfarrgemeinde erwächst.

Anmerkung:
Der vorliegende Text wurde auszugsweise dem Heft "Eucharistie, Erstkommunion" entnommen, herausgegeben vom Erzbischöflichen Seelsorgereferat München, Rochusstraße 5-7, 80333 München.



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Last updated 11.01.10